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Tai Chi-Geschichte

Geschichte, Philosophie

Die genaue Entstehungsgeschichte des Taijiquan ist nicht bekannt. Einer Legende zufolge beobachtete der ta­oistische Priester Zhang San Feng einst den Kampf zwischen einem Kranich und einer Schlange. Aus der Er­kenntnis, dass das Weiche und Schwache (Schlange) über das Harte und Starke (Kranich) siegt, entwickelte er einen weichen, inneren Kampfstil, das Taijiquan.

Die Ausformung der heutigen Taiji-Stile erfolgte, ausgehend vom Chen-Stil, während der letzten 300 Jahre. Dabei verlagerte sich auch der Hauptaspekt dieser Bewegungskunst weg vom Kampf und Selbstverteidigung  hin zu Förderung von körperlicher und seelischer Gesundheit.

Das Geheimnis des Taijiquan liegt in den weichen, langsamen und fliessenden kreis-, spiral- und achtförmigen Bewegungen. Die Kraft kommt stets aus der Mitte, der Körper, insbesondere Nacken und Schultern, bleibt ent­spannt und alle Körperteile bewegen sich gleichzeitig und in Harmonie zueinander. Die korrekte Haltung des Oberkörpers stärkt Rückenmuskulatur und Wirbelsäule und hat gerade bei Menschen mit Haltungsfehlern und Rückenproblemen eine sehr positive Wirkung. Die Übungen des Taijiquan erfordern zudem volle Aufmerksam­keit und helfen so, Körper und Psyche zu zentrieren, also innere und äussere Balance herzustellen. Die langsa­men Bewegungsabläufe kräftigen die Muskulatur ohne übermässige  Gelenkbelastung und vermeiden so Schädi­gungen des Bewegungsapparates. Aus diesem Grund kann Taijiquan in jedem Alter erlernt und praktiziert wer­den.

Für die Chinesen gehört Taijiquan zu einem der wichtigsten Lebensaspekte, da es das Immunsystem des Menschen stärkt. Durch tägliches Praktizieren des Taijiquan lernen die Menschen, besser mit dem Leben zu recht zu kommen. So stärken sie sich moralisch und achten mehr auf ihre Gesundheit. Sie werden ruhiger in ihrem Charakter und ihr Selbstvertrauen wird aufgebaut.

Durch die Beobachtung der Natur lernen die Menschen mit der Energie Yin und Yang richtig umzugehen. Sie lernen die Stärken und Schwächen der beobachteten Dinge in die Kampfkunst einfliessen zu lassen und diese umzusetzen. Durch die über Jahrtausende überlieferte Lebensphilosophie des Taijiquan und dessen Praktizieren lernen die Menschen schwierige Situationen mit gewissem Respekt zu begegnen dabei eine Lösung zu bekom­men, und diese zu verstehen.

Aktualisiert ( Dienstag, den 12. Januar 2010 um 15:47 Uhr )